CD-Reviews & Intervies



Nummer-eins-Hitschreiber Nick van Eede von Cutting Crew:

„Sandrina is simply a genius of energy, ideas and dedicated musical excellence."

"Of all the albums I've heard in the last 5 years I can't think of one that has so much hard work gone into it. This is an epic!  From every note on the songs to every details in the photographs and drawings.....
All of the segways between the songs give it
a fairy tale feel and it really is like another world she pulls us into.  There are so many ear candies to enjoy."  
Nick van Eede

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Melodiva Interview
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Melodiva-Interview : Do it yourself Woman
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Melodiva-CD-Review
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Interview mit Sandrina von Margit Ehrlich (Journalistin)

Sandrina, Du lebst mittlerweile seit 15 Jahren ausschließlich von der Musik. Vorher hast Du Kinder betreut. Vom Hort auf die Bühne...wie geht das ?

Ich habe schon als Kind Musik gemacht, das ist sozusagen Familientradition. Mein Vater ist auch Musiker und mein verstorbener Großvater war auch Sänger und Schauspieler.
Ich bin also damit aufgewachsen.
Dann kam eine Zeit in der ich unter tags im Hort im Erziehungsdienst gearbeitet habe und nachts auf der Bühne stand. Das konnte nicht ewig gut gehen.

Könnte anstrengend gewesen sein....

...vor allem wenn man noch mit Bühnenklamotten, völlig übernächtigt , übermüdet und zu spät den Dienst antrat...

Dann hast Du Singen zu Deinem Beruf gemacht. Berufung ?

Singen ist für mich mehr, als nur mein Beruf. Es ist das Ventil Nummer eins, um meine ganze Gefühlspalette auszudrücken, um mein Innerstes nach außen zu holen und mich von allem zu befreien was mich beschäftigt oder quält .Es ist auch eine Möglichkeit, die Dinge, die ich mit vielen Menschen teilen möchte, zu teilen. Ich möchte Menschen berühren mit meiner Stimme.
Wenn ich singe, dann geht das durch meinen ganzen Körper. Es vibriert von den Zehenspitzen bis in die Schädeldecke und jagt mir manchmal Schauer über den Rücken. Wenn ich singe.....dann wird mir in der Seele so leicht.
Ich liebe es auch zwischen den Songs mit dem Publikum zu reden.
Da ich gerne und meist offen über mein Innerstes mit Menschen rede, finde ich es äußert praktisch...grinst.... es vor einer großen Menschenmenge zu tun, dann muß ich es nicht so oft erzählen. Meist empfinde ich eine tiefe Verbindung mit dem Publikum .

Immer nur gute Tage ?

Es gab natürlich auch Tage, da mochte ich das Publikum nicht so sehr . Dann merkte ich danach meist, daß ich mich nur selbst gerade nicht mochte. Manchmal stimmt auch einfach die Chemie nicht , solche Tage gibt es , und das ist dann auch nur menschlich.

Wie zum Teufel kann man davon leben?

Genauso wie von jedem anderen Beruf.
Aber Kunst – vor allem Musik – wird ja bei den Leuten oft als etwas außenstehendes bezeichnet und hat immer so einen Hauch von unter der Brücke leben....nach dem Motto „lern was G`scheit`s „. ..In unserer Familie ist die Musik und die Kunst Gott sei Dank „was G`scheit`s“ , und wenn es die nicht mehr gäbe, weil ja alle was anderes „Gscheit`s“ lernen, dann wäre das sehr schade.

Du bist immer sexy auf der Bühne, aber immer mit flachen Schuhen. Warum ?

Es mag verrückt klingen, aber singen kann ich nur mit voller Freude, wenn ich die richtigen Schuhe anhabe! Flach müssen sie sein und eins mit meinem Fuß. Ich beziehe meine Kraft aus dem Boden und da kann ich mit so wackligem Frauenkram nichts anfangen . Außerdem denke ich eh, daß "Mann" sich das alles so ausgedacht hat mit diesen typisch weiblichen Kleidungsstücken wie Stöckelschuhe und unbequeme enge Kleider um die Damen möglichst "kurzschrittig" "wacklig" und "eingeengt" zu halten .

Aber trotzdem jede Menge Erotik!

Ja, denn das heißt ja nicht, daß ich nicht gerne mit Erotik spiele.... ganz im Gegenteil.... aber das machen vor Allem die Körperbewegungen und die Blicke. Drum muß bei mir eben auch die Kleidung unkompliziert und ohne viel Schnick-schnack sein, damit ich auf der Bühne ungehemmt alle Verrenkungen meiner jeweiligen Gefühlslage ausspielen kann. Früher hat es mich oft zu Tode gequält, das richtige Bühnenoutfit auszusuchen und ich habe Koffer voll Klamotten mitgeschleppt. Inzwischen setzte ich mehr auf mich selbst als Person, wodurch die Verkleidung zweitrangig wird. Wichtig ist nur, daß ich mich wohl fühle.

Du machst sehr unterschiedliche Musik. Mal rockst Du Dir die Seele aus dem Leib, mal ist die totale Romantik angesagt. Bild Deiner Seele oder Kommerz ?

Ich sehe mich wie eine Mischung aus einer zerbrechlichen Märchenfee, die natürlich nur Gutes zaubern kann und einer unermüdlichen kämpferischen Amazone, die auf dem Schlachtfeld auch dann noch weiter kämpft , wenn schon längst nichts mehr zu Kämpfen da ist. In meiner inneren (und auch äußeren) Welt ist es sehr bunt , also voller Farben und Glitzer mit Feen und Elfen , die in Zauberseen wohnen und hinter jeder Ecke lauert ein spannendes Abenteuer, bei dem ich immer als Heldin heraus gehe. Mit dem weitläufigen Begriff "Realität" kann ich im herkömmlichen Sinne wenig anfangen. Realität ist für mich immer gerade das, was ICH sehe und empfinde. Das Leben ist einfach schöner und einfacher so.
Auch habe ich eine große Liebe für Rituale, da sie die Dinge einfach bedeutungsvoller machen. Und so mache ich auch Musik. That`s all.

Deine Show sieht manchmal ziemlich schweißtreibend aus. Treibst Du viel Sport?

Also, in der Schulzeit habe ich Sport so gehaßt, daß ich angeblich 4x im Monat meine Tage hatte. Meine Sportlehrerin hatte mich ironischerweise schon als anatomisches Wunder bezeichnet.

Und jetzt?

Jetzt ist Sport für mich lebenswichtig. Es bringt einen aus der Verkopfung wieder zurück in den Körper und das brauche ich täglich. Am liebsten Mountainbiken , Windsurfen, Skifahren, Hiken und auch Freeclimben – aber nicht gaaaaaanz so gefährlich ....lacht

Natur pur, und das bei einer Sängerin, die mindestens 3 x die Woche auf der Bühne steht, Show macht und sich darstellt ?

Genau das ist der Punkt. Das ist der Gegenpol. Natur macht demütig und das brauche ich. Die Kraft der Naturgewalten- Wind, Wasser, Steine – das ist für mich ein irres Gefühl.

Geht es nur um die Natur vor der Haustür oder treibt es Dich auch weiter weg?

Ja , es treibt mich auch weiter weg– zu bestimmten Orten immer wieder.

Die da wären ?

Es sind genau 6 Ziele zu denen ich immer wieder zurückkehre, zum Teil seit 18 Jahren.
Sedona und Page bei Arizona, Kauaii in Hawaii, die „Cinque terre“, der Gargano in Italien und natürlich meine Zauberstadt Venedig.

Aber es gibt – weil Du vorher gefragt hast – natürlich auch die Natur vor der Haustür und seit kurzem ist meine Haustüre in England :-) Ich liebe es auch abenteurliche Wanderungen und Kletteraktion zu unternehmen.

Natur als Grenzerfahrung. Nicht Deine erste....

Ja, das stimmt, als ich 12 war , hatte ich einige Operationen aufgrund von Nierensteinen. Ich habe dadurch eine Niere verloren und nach der letzten Operation bin ich um Haaresbreite nochmal mit dem Leben davongekommen. Das war schon eine prägende Erfahrung in dem Alter. Seitdem ist mir mein Körper sehr kostbar und ich interessiere mich auch sehr für alternative Medizin und gesunde Ernährung. Ich denke mir immer...die Autos bekommen immer wie selbstverständlich das Beste Öl , damit der Motor gut läuft und nichts kaputt geht . Und wenn ich dann manchmal sehe, was die Leute so alles in Ihr Fahrzeug „Mensch“ hineinfüllen......grauslig.....
Ich ernähre mich völlig zuckerfrei, weil ich Zucker für sehr gesundheitsschädlich halte.

Und außer dem vielen Gemüse und den Salaten gibt`s da noch eine große Vorliebe ?.......

Sushi Sushi Sushi....sollte das nicht vorhanden sein dann eben Sushi.....
wenn das dann immer noch nicht möglich ist.....na dann eben Spaghetti, hi-hi

Und bei Auftritten...serviert man Dir  inzwischen Sushi ?

(....lacht...) manchmal....
Nein , im Ernst, das ist ein Sonderfall. Ich habe natürlich oft Probleme wegen meiner speziellen Ernährung und manchmal ist es wirklich umständlich.
Wenn ich vor dem Konzert nicht mindestens 2 Stunden vorher etwas zum Essen bekomme, bei dem ich das sichere Gefühl habe, es tut mir wirklich gut, werde ich irre kompliziert, da mein Motor nun mal nur mit gutem Kraftstoff optimal läuft.
Wenn ich kurz vor dem Auftritt esse und somit zu satt und zufrieden bin, habe ich nicht mehr genug zum Geben für das Publikum.

Du bist ja auf der Bühne schon ein alter Hase. Hast Du trotzdem noch Idole?

Als Kind habe ich immer mit CD`s von "Freddy Mercury" und "Kate Bush" singen geübt.
Jetzt höre ich sehr viel "Peter Gabriel", dessen Stimme und Musik mich sehr berührt.
Dann gibt es noch Haindling, für mich der Deutsche Peter Gabriel. Wunderschöne Weltmusik mit unglaublich ehrlichen und berührenden Texten.
"Skunk Anansie" fasziniert mich durch ihre Mischung von zart emotional bis brachial hart. Ihre Auffassung von Gesang und Energietransport entspricht sehr der meinen.
Sehr gerne mag ich auch "Tori Amos" und "Björk" mit ihren außergewöhnlichen Stimmen und Kompositionen und das ganze verrückte Drum - herum, das die beiden umgibt.
Meine Lieblingsband ist derzeit "Muse". Der Sänger singt, brüllt, haucht ,und jammert wirklich alles aus sich raus, was er in sich hat . Auch das entspricht sehr meiner Art etwas vorzutragen. Zum Entspannen höre ich meist „Elysian Fields“ oder Hawaiianische und indianische Musik und zum Autofahren und mitsingen „Elisa“, die italienische Björk.

Sehr unterschiedliche Stilrichtungen, aber doch – meine ich – eines gemeinsam: Sehr persönliche und manchmal sogar fast offensiv ehrliche Texte. Du hast es mal Mut zur Emotion genannt. Spiegelt sich das auch in Deinen Texten ?

Zum einen möchte ich bei dieser Gelegenheit gerne sagen, dass ich eigene Texte für einen Sänger für unerläßlich halte. Natürlich gibt es auch Geschichten – also Texte anderer – die einem wie auf den Leib geschrieben sind. Die kann man auch wunderbar interpretieren. Dennoch geht es mir darum meine Geschichten mit dem Publikum zu teilen. Und dabei geht es nicht nur um mich. Im Lauf der Zeit habe ich gemerkt, daß die meisten Menschen richtig dankbar sind für ehrliche Emotionen. Das ist ein Geschenk und ich will auch so ein Geschenk sein.

Kreativität kann man ja schwer herbeizaubern. Wann ist die beste Zeit zum Schreiben?

Aus der Leere entsteht das Neue. In den sogenannten „selbstgewählten“ schöpferischen Pausen entsteht oft am Meisten. Und aus der Melancholie...

Traurigkeit?

Ganz im Gegenteil, mit Melancholie meine ich nicht, daß etwas Trauriges passieren muß. Nein, nein, das ist so ein Zustand von extremer Wahrnehmung des Schönen an sich und da kommt immer eine kleine Melancholie auf, da der Mensch immer unterbewußt weiß, daß das irgendwann einmal vorbei sein wird. In dieser Stimmung entstehen die schönsten Texte.

Du bist sehr präsent, Du weißt was Du willst, Du kannst Dich durchsetzen und hast Dir trotzdem noch eine Weichheit bewahrt. War das immer schon Deine Art?

Nein – da gab es viele Schwierigkeiten, die ich aus dem Weg räumen mußte.
Ich hatte als Teenie alle Eigenschaften, die man bei meinem Beruf überhaupt nicht gebrauchen kann.
Allem voran erstmal die Unsicherheit, Unselbstständigkeit, tausend Ängste, Komplexe......
Bei meinem ersten großen Auftritt als Sängerin (früher habe ich mich ja hinter dem Schlagzeug versteckt) hatte ich eine lässige Lederjacke mit riesigen Taschen an , die sich hervorragend dazu eigneten die Hände reinzustecken. Gott sei Dank, denn ich wußte nichts mit ihnen anzufangen. Ich hab mir nicht mal das Mikrophon getraut anzufassen, denn sonst hätte man sehen können daß ich zittere. Die Zeitung schrieb dann, daß mein rauchiges italienisches Timbre meine gespielte Coolheit gut unterstrich...lustig, was?
Dass ich jetzt das Gegenteil von alledem bin , war ein harter Kampf, den ich aber unbedingt gewinnen wollte und ich bin stolz darauf es geschafft zu haben
Dennoch gibt es noch einige Rückfälle.

Rückfälle?

Na ja – eigentlich nicht wirklich. Aber es gibt noch viele Dinge, an denen ich noch arbeite. Loslassen, Flexibilität und Annahme.
Ja und vor Allem zu akzeptieren und es aushalten zu können, daß einen nun mal nicht alle lieben können, wenn man sich selbst treu bleibt.
Ja und dann die Fähigkeit , bei aller Ernsthaftigkeit und Verbissenheit eines Problems oder einer Arbeit plötzlich laut loslachen zu können und wieder eine neue Relation zu den Dingen zu gewinnen.
Ich bin immer noch sehr oft kompromißunfähig , rechthaberisch , manchmal unpünktlich, aufbrausend und extrem-dramatisch übertreibend , zelebriere ein langes hin-und her-Gequäle bei eher nichtigen Entscheidungen. (was ziehe ich an oder was esse ich) ...tja und ich rede viel und komme dabei vom 100sten ins 1000ste .

Und eine Deiner Stärken ist offenbar Ehrlicheit?

(...lacht..) Ja, und ich bin ein ewiges Stehaufmännchen , ein Kämpfer bis zum Umfallen (ich gebe fast nie auf) , voller Kraft und Energie in scheinbar unerschöpflichem Maße ...und vor allem: Ich kann mich und andere schnell für etwas begeistern.

Auch die Männer ?

Es war und ist für mich sehr wichtig, daß Männer auf mich reagieren. Was soll ich sagen... Also, ich bin schon jahrelang ziemlich wirr in der Liebe umhergeirrt. Wichtig waren immer große Gefühle, Dramatik, großes Theater und viel Schmerz. Ich dachte immer, daß Schmerz ein Zeichen für die Anwesenheit von Liebe ist.

Und jetzt?

Inzwischen weiß ich, daß wahre Liebe nicht verletzt und habe einen wunderbaren Mann an meiner Seite.

Alle Wünsche erfüllt? Keine Träume mehr?

Doch , klar. Das Träumen ist meine Lieblingsbeschäftigung . Vor allem das Tagträumen, das ich für äußerst wichtig halte. Ich drehe dann in Gedanken meine eigenen Wunschfilme.
Außerdem habe ich noch gaaaanz viele Träume und werde immer wieder neue haben.

Hast Du ein Motto?

Ja. "Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit" . Das heißt, alles was für mich eine Wirkung hat, wird zu meiner ganz persönlichen Wahrheit in diesem Moment. Das kann sich natürlich im nächsten Moment schon wieder ändern. Aber das ist ja auch das Leben, das ständige sich Verändern und somit auch verändern von Meinungen, Glaubenssätzen und Verhaltensmustern.
Ansonsten gäbe es Stillstand und keine Entwicklung und Stillstand ist was Schreckliches.

Und was machst Du gegen Stillstand?

Gerne sitze ich auch an einem Gewässer und schreibe auf Steine Dinge oder Eigenschaften, die mich quälen oder die ich verabschieden möchte, weil eigentlich nur die Dinge, die man nicht losläßt, einen am Vorranschreiten hindern.
Dann werfe ich die Steine in hohem Bogen ins Gewässer....und das klingt dann so:

...............PLATSCH.............

   :-)

  Sandrina